
« Mystery-Shopper in AWO Pflegeheimen
Um die Service-Qualität ihrer Altenpflegeeinrichtungen weiter zu verbessern
hat die AWO Thüringen 17 ihrer Pflegeheime von Mystery-Shoppern überprüfen
lassen.
Die Studie wurde im Rahmen einer Diplomarbeit zusammen mit der FH Erfurt
durchgeführt. „Zur Qualität in der Pflege gehört auch der Service gegenüber
neuen Kunden und deren Angehörigen”... .
Überprüft wurden die telefonische Erreichbarkeit der Einrichtungen,
die Freundlichkeit und das Fachwissen beim „Erstkontakt” und das Verhalten
bei der Vermittlung von Pflegeplätzen.
Die Einrichtungen waren über die Studie informiert, kannten aber die
Identität der Testkunden und den Zeitpunkt des Experiments nicht. „Die
Ergebnisse waren ermutigend”, sagt Hack. Auch wenn es an verschiedenen
Stellen Verbesserungsbedarf gebe. So seien alle Pflegeheime auch in
den Nebenzeiten telefonisch gut erreichbar gewesen. Die Testkunden wurden
jedoch meist nicht nach ihrer Telefonnummer gefragt bzw. zurückgerufen.
Bei den Besuchen der Mystery-Shopper wurden sie durch die Einrichtung
geführt und gut beraten. Mängel gebe es noch bei internen Informationsweitergabe.
Insgesamt schnitten 80% der getesteten AWO Pflegeheime jedoch mit gut
bis sehr gut ab. „Wir haben die Ergebnisse im Anschluss mit den Einrichtungsleitern
diskutiert”, so Hack.
„Und werden nun daran arbeiten, die Serviceorientierung der Heime weiter zu verbessern.”
Das „Mystery Shopping” entstand vor 20 Jahren in den USA. Heute nutzen
viele Unternehmen das Verfahren, um innere Prozesse zu überprüfen und
die Qualität bei Kundenkontakten zu erhöhen. »
Pressemitteilung der AWO Thüringen, 03.08.2006
« Ein Auto kauft frau am besten beim Juwelier"
Marketing-Studenten der Hochschule Niederrhein testeten beim "Mystery
Shopping" die Frauenorientierung von Verkäufern in sechs Branchen. Geht
es nach der Frauenorientierung der Verkäufer, so wird in Juweliergeschäften
und Musikalienhandlungen am besten auf Wünsche und Ansprüche weiblicher
Kunden eingegangen. In nahezu jedem zweiten Autohaus dagegen bemühen
sich die Verkäufer nicht darum, potenzielle Kundinnen hinsichtlich des
für ihre jeweilige Lebenswelt passenden Modells zu beraten. In jedem
dritten Verkaufsgespräch wird hier von Kundinnen zudem die Wortwahl
als "unpersönlich, unmotivierend, gelangweilt, schlecht und sehr schlecht"
empfunden.
Das sind - statistisch nicht abgesicherte, aber gleichwohl aussagekräftige
- Ergebnisse von Testkäufen, die 35 Marketing-Studentinnen und -Studenten
der Hochschule Niederrhein in 52 Geschäften in der Region durchführten.
Im Auftrag des Kompetenzzentrums "Frau und Auto" sollte beim "Mystery
Shopping" die Frauenorientierung von Autohäusern mit der in Musikalienhandlungen,
Nähmaschinen-Fachgeschäften, Küchenstudios, Juwelieren und Elektro-Fachgeschäften
verglichen werden.
Dazu traten die Studierenden jeweils als Paar auf und gaben sich als
junge Familie mit jüngeren oder auch älteren Kindern, Unternehmerinnen,
Berufstätige oder Migrantinnen aus. Allen Testkäufen lag ein standardisierter
Fragebogen mit 24 Kriterien zugrunde, der einen Vergleich des Verkaufsprozesses
und der Frauenorientierung erlaubt. Schon beim Eintreten in die Geschäfte
gab es Minuspunkte für die Autohäuser, denn weniger als die Hälfte der
Kundinnen wurde hier sofort begrüßt. Im Verkaufsgespräch selbst erweisen
sich nur die Küchenstudios ähnlich uninteressiert an ihren Kunden und
Kundinnen wie die Autohäuser. Nur bei jeder zweiten Kundin signalisierte
das Verkaufspersonal, dass man sie bemerkt habe und sich alsbald um
sie kümmern werde. Hinweise auf den Nutzungszweck des neuen Autos wurden
in einem Viertel der Fälle nicht wahrgenommen.
Hochschule Niederrhein, 7.5.2005, Kontakt: Prof. Dr. Doris Kortus-Schultes,
Email: doris.kortus-schultes@hs-niederrhein.de